Händler,vor allem Großhändler, verzeichnen Spitzenumsätze, die oft saisonal bedingt sind. Ein Elektronik-Großhändler wird seine Fernseher und Hi-Fi-Anlagen in der Regel vor allem in der Vorweihnachtszeit oder in der Urlaubszeit verstärkt absetzen können. Je nach Sortiment läuft das Hauptgeschäft demnach im Winter oder im Sommer. Zwischen Einkauf und Absatz liegen oft mehrere Wochen, vor allem dann, wenn es sich um Importware handelt. Die Ware muss per Vorkasse bezahlt werden, lange Transportzeiten sind zu berücksichtigen, Lagerkosten kommen auf und bis die Abnehmer ihre bei der Lieferung erhaltenen Rechnungen bezahlt haben, können schon mal 90 Tage verstrichen sein.

Durch Factoring kann der Großhändler seine Außenstände jedoch in Liquidität umwandeln und sein laufendes Geschäft finanzieren. Er verkauft die Rechnungen, die er an seine Abnehmer ausgestellt hat, an einen Factor, der ihm dafür sofort 80% bis 90% des Bruttorechnungsbetrages überweist. Der Großhändler macht sich dabei eine Eigenart des Factorings zunutze. Factoring ist nämlich umsatzkongruent. Das heißt, die Finanzierung durch den Factor wächst mit dem erzielten Umsatz. Das ist gerade bei saisonal oder zyklisch bedingten Umsatzschwankungen von großem Vorteil, zum Beispiel im Vergleich zu der klassischen Bankfinanzierung, bei der nicht selten im entscheidenden Moment die Kreditlinie aufgebraucht ist.

Durch diese Flexibilität kann der Factoring-Kunde in umsatzschwachen Zeiten Kosten sparen, da sich die Factoring-Kosten ebenfalls nach dem Umsatz richten. So kann jeder Großhändler getrost gewinnbringende Zusatzgeschäfte auch in der Hauptgeschäftszeit abschließen, da er die notwendige Finanzierung durch Factoring absichert.

E-Commerce & Handel profitieren von Factoring

Gerade im E-Commerce oder im Handel bieten manche Unternehmen großzügige Optionen an, die Zahlungsfrist zu verlängern. Die so gewährleisteten Kredite können ein großzügiges Angebot sein, das aber bei Häufung und Andauern zur Schädigung der eigenen Liquidität des Unternehmens führen kann. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen verfügen oft nicht über die ausreichende Kapitalkraft, zunehmende Zahlungsverzögerungen zu tolerieren. Die Akzeptanz von Zahlungsverzögerungen kommt jedoch immer häufiger vor, da die Unternehmen oft die wichtigen Handelsbeziehungen zu ihren Kunden nicht verlieren wollen.

Sie liegen dabei nicht ganz falsch, denn nur 8 Prozent der Schuldner sind dauerhaft zahlungsunfähig. Der Rest ist zahlungsunwillig oder vorrübergehend zahlungsunfähig. Daher ist es wichtig, den Debitoren mit einem professionellen Forderungsmanagement entgegenzutreten. Ein effizientes Mahnwesen kann schon viel verrichten. Auch die Kommunikationsstrategien in der Forderungsbetreibung sind wichtig und essentiell, wenn man erreichen will, dass ein Kunde die Rechnung zahlt. Es kann auch sein, dass die Kunden nach Überwindung eines kurzfristigen Zahlungsengpasses die Zahlung vergessen haben oder andere Gründe zur Zahlungsunwilligkeit haben. Fakt ist, dass insgesamt die Zahlungsmoral gesunken ist. Daher ist ein gutes Debitorenmanagement mit der Option des Factorings wichtig für jedes Unternehmen. Beim Factoring werden die Forderungen vom Factor abgekauft, so dass ein Unternehmen zu bestimmten Gebühren und Bedingungen sofort Liquidität erhält. Das Factoring Unternehmen übernimmt dann die Zahlungseinforderung.