Eine neue Maschine, ein zweiter Standort oder digitale Abläufe können ein Unternehmen voranbringen. Solche Investitionen müssen jedoch finanziert werden, während Gehälter, Mieten und Materialkosten weiterlaufen. Wer dafür nicht allein auf eigene Mittel zurückgreifen möchte, kann einen Förderkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, nutzen. Je nach Programm bietet ein KfW-Kredit lange Rückzahlungsfristen und planbare Raten.
Viele Programme finanzieren neben Investitionen auch laufende Ausgaben. Doch selbst mit einer zugesagten Finanzierung kann das Geld knapp werden, wenn Kunden ihre Rechnungen erst nach 30, 60 oder 90 Tagen bezahlen.
Bei steigenden Umsätzen kann dadurch immer mehr Geld in offenen Forderungen gebunden sein. Der bewilligte Kreditbetrag erhöht sich dagegen nicht automatisch. Factoring kann die Finanzierung hier ergänzen. Durch den Verkauf offener Forderungen erhalten Unternehmen früher Geld für bereits erbrachte Leistungen, ohne die Zahlung ihrer Kunden abwarten zu müssen.
KfW-Kredit über die Hausbank beantragen
Die KfW ist die Förderbank des Bundes. Sie vergibt Förderkredite für Vorhaben, die der Staat gezielt unterstützen möchte, etwa Gründungen, Investitionen im Mittelstand oder Innovationen. Unternehmen stellen den Antrag in der Regel nicht direkt bei der KfW, sondern über ihre Hausbank oder eine andere Bank ihrer Wahl, das sogenannte Hausbankprinzip. Die Bank prüft Vorhaben und Bonität, reicht den Antrag weiter und zahlt das Darlehen nach der Zusage aus. Bei vielen Programmen muss der Antrag zudem gestellt sein, bevor das Vorhaben beginnt, also bevor Aufträge verbindlich vergeben werden.
Voraussetzungen für einen KfW-Kredit
Ob ein Unternehmen einen KfW-Kredit erhält, entscheidet sich am einzelnen Programm und am konkreten Vorhaben. Die Programme richten sich etwa an Gründer, an etablierte kleine und mittlere Betriebe oder an Firmen, die in Digitalisierung und Innovation investieren. Jedes Programm legt selbst fest, welche Unternehmensgröße, welcher Zweck und welche Kosten förderfähig sind.
Die zweite Hürde ist die Bank. Da die Hausbank bei Förderkrediten in der Regel das Ausfallrisiko trägt, prüft sie die Bonität so gründlich wie bei jedem anderen Kredit und schaut auf Jahresabschlüsse, aktuelle Zahlen und Sicherheiten. Stabile Zahlungseingänge und ein gut geführtes Debitorenmanagement, also die Überwachung offener Kundenrechnungen, verbessern bei dieser Bonitätsprüfung meist die Ausgangslage.
Zinsen, Laufzeiten und Rückzahlung beim KfW-Kredit
Eine pauschale Zahl lässt sich für den Zinssatz eines KfW-Darlehens nicht nennen. Die Konditionen hängen vom Programm, von der Laufzeit und der Dauer der Zinsbindung ab. Bei vielen Unternehmerkrediten stuft die Hausbank das Unternehmen zusätzlich nach Bonität und Sicherheiten in eine Preisklasse ein, für die die KfW einen Höchstzins vorgibt. Zwei Unternehmen im selben Programm können deshalb unterschiedliche Zinsen zahlen. Da die Förderbank ihre Sätze regelmäßig an den Kapitalmarkt anpasst, liefern nur ihre aktuellen Konditionenübersichten und das Angebot der Hausbank verlässliche Werte.
Viele Programme sehen zudem tilgungsfreie Anlaufjahre vor, in denen nur Zinsen anfallen. Das entlastet die ersten Jahre nach einer Investition, verschiebt die Rückzahlung aber nach hinten und gehört deshalb in jede Liquiditätsplanung.
KfW-Kredit für geplante Ausgaben, Factoring für offene Forderungen
Ein KfW-Kredit eignet sich häufig für geplante Investitionen, etwa eine neue Maschine. Die Rückzahlung lässt sich je nach Förderprogramm auf den Zeitraum abstimmen, in dem das Unternehmen die Maschine nutzt. Auch laufende Ausgaben können damit finanziert werden, wenn sich der Geldbedarf gut abschätzen lässt, beispielsweise beim Aufbau eines Warenlagers. Schwieriger ist die Planung, wenn Kunden erst nach mehreren Wochen zahlen und der Betrag der offenen Rechnungen je nach Auftragslage schwankt.
Factoring kann den KfW-Kredit hier ergänzen, indem Ihr Unternehmen offene Forderungen an Commercial Factoring verkauft und dadurch früher über Geld verfügt, ohne einen weiteren Kredit aufzunehmen. Sind diese Forderungen bereits als Sicherheit für einen Bankkredit hinterlegt, muss der Verkauf vorab jedoch mit der Hausbank abgestimmt werden.
Liquidität aus offenen Forderungen
Beim Factoring stellt das Unternehmen wie gewohnt Rechnungen mit Zahlungsziel aus, ergänzt um einen Abtretungsvermerk, also den Hinweis an den Kunden, dass er an den Factor zahlt. Beim echten Factoring scheidet die verkaufte Forderung aus der Bilanz aus. Nach erfolgreicher Prüfung zahlt der Factor in der Regel innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen den größten Teil der Rechnungssumme aus, der Rest folgt abzüglich der Gebühren mit Fälligkeit der Rechnung. Mit diesem Geld lassen sich Lieferanten unter Abzug von Skonto bezahlen oder der Kontokorrentkredit zurückführen. Die Bilanzsumme sinkt dadurch, und die Eigenkapitalquote kann steigen. Auch die Hausbank achtet bei der Bonitätsprüfung auf diese Kennzahl.
Schutz vor Forderungsausfällen und Entlastung im Debitorenmanagement
Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Risiko, dass ein Kunde wegen Insolvenz nicht zahlt. Dieser Schutz vor Forderungsausfällen, im Fachjargon Delkredere genannt, gilt für die angekauften Forderungen und macht die Einnahmen planbarer, was auch die Rückzahlung eines Förderkredits erleichtern kann. Im Full Service Factoring übernimmt der Factor zusätzlich das Debitorenmanagement samt Mahnwesen. Die eigene Buchhaltung gewinnt dadurch in der Regel mehr Zeit für Planung, Förderanträge und Bankgespräche.
Fazit - Förderung für die Investition und Liquidität für den Alltag
Ein KfW-Kredit kann mittelständischen Unternehmen größere Vorhaben mit planbaren Raten und Förderkonditionen ermöglichen. Entscheidend sind das passende Programm, ein Antrag vor Projektbeginn und eine überzeugende Bonität gegenüber der Hausbank.
Ist Geld durch lange Zahlungsziele in offenen Rechnungen gebunden, kann der Forderungsverkauf an Commercial Factoring den Förderkredit ergänzen. Commercial Factoring prüft gemeinsam mit Ihnen, welche Forderungen dafür geeignet sind und wie sich der Verkauf mit Ihrer bestehenden Finanzierung vereinbaren lässt. Im Full Service Factoring übernimmt Commercial Factoring außerdem die Überwachung der angekauften Forderungen und das Mahnwesen, wodurch Ihre Buchhaltung entlastet wird. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch und lassen Sie prüfen, wie Factoring zu Ihrem Unternehmen passt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum KfW-Kredit
Was ist die KfW einfach erklärt?
Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, ist die Förderbank des Bundes. Sie vergibt Förderkredite für Gründungen, Investitionen oder Innovationen, die Unternehmen in der Regel über ihre Hausbank beantragen.
Wann muss der Antrag für einen KfW-Kredit gestellt werden?
Bei vielen Programmen vor Beginn des Vorhabens, also bevor Aufträge verbindlich vergeben werden. Eingereicht wird er in der Regel über die Hausbank.
Wer legt den Zinssatz eines KfW-Darlehens fest?
Die KfW gibt die Konditionen je Programm, Laufzeit und Zinsbindung vor. Bei vielen Unternehmerkrediten stuft die Hausbank das Unternehmen zusätzlich nach Bonität und Sicherheiten in eine Preisklasse ein, für die die KfW einen Höchstzins vorgibt.
Finanziert ein KfW-Kredit auch Betriebsmittel?
Viele Mittelstandsprogramme finanzieren auch Betriebsmittel wie Material oder Warenlager. Der Kredit wird aber in fester Höhe ausgezahlt und wächst nicht mit dem Umsatz.
Kann Factoring einen KfW-Kredit ergänzen?
In vielen Fällen ja. Der Förderkredit finanziert das Vorhaben, Factoring stellt durch den Forderungsverkauf nach erfolgreicher Prüfung in der Regel schnell Liquidität bereit. Dienen die Forderungen bereits der Hausbank als Sicherheit, empfiehlt sich vorher eine Abstimmung mit ihr.
