Factoring – wenn Rechnungen schon weit vor dem Zahlungsziel bezahlt werden

Durchschnittlich 48 Stunden müssen Unternehmen mit Factoring nur auf den Ausgleich ihrer Rechnung warten und profitieren dadurch von einer Liquidität, die weit vor dem vereinbarten Zahlungsziel zur Verfügung steht. Unternehmen können dadurch nicht nur ihren Zahlungsverpflichtungen aus Mieten, Löhnen oder Versicherungen pünktlich nachkommen, sondern auch über die Anschaffung neuer Produktionsmaterialien nachdenken oder andere Investitionen planen.

Factoring – beliebtes Finanzinstrument im Mittelstand

Factoring hat im deutschen Mittelstand Hochkonjunktur. Der vom Deutschen Factoring-Verband veröffentlichte Halbjahresbericht für das Jahr 2014 zeigt das Interesse am Factoring deutlich. Mit 90 Milliarden Euro stieg der Umsatz der Verbandsmitglieder im Gegensatz zum Vorjahr um 20 Milliarden Euro. Etwa 18.170 Kunden nutzten Factoring in 2014, was im Vergleich zu 2013 einen Zuwachs von mehr als 4 % bedeutet. Rund 90 % der Factoringkunden stammen aus dem Mittelstand und machen etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes sämtlicher Verbandsmitglieder aus.

Nach Prognosen von Finanzexperten steigt der Bedarf für das Factoring kontinuierlich. Gründe hierfür liegen in der allgemeinen Wirtschaftslage, die auch die Zahlungsmoral der Verbraucher nicht unbedingt positiv beeinflusst.

Variables Finanzinstrument mit Serviceorientierung

Mittelständische Betriebe aus vielen verschiedenen Branchen verkaufen zwischenzeitlich ihre Außenstände, um vorzeitig in den Genuss von Liquidität zu kommen. Verbunden ist damit eine finanzielle Planungssicherheit und der Komfort, sich selbst um nichts mehr kümmern zu müssen. Je nach Factoringvertrag übernimmt der Factor auch das Risiko von ausbleibenden Zahlungen und das Debitorenmanagement inklusive Buchhaltung und Mahnwesen. Im Gegenzug für diese Dienstleistungen berechnet der Factor einen Forderungsteil als Factoringgebühr, die sich auf 0,1 % bis 2 % der Forderungssumme beläuft. Ausschlaggebend für die Höhe der Factoringgebühr sind neben dem Forderungsvolumen auch Bonitäten, Zahlungsziele und die Nutzung verschiedener Factoringleistungen.

Insbesondere Unternehmen, die mit langen Zahlungszielen von mehr als 30 Tagen wirtschaften müssen, profitieren vom Factoring. Während der Endkunde oder Verbraucher bis zum letzten Tag sein gewährtes Zahlungsziel ausschöpfen kann, verfügt das Unternehmen kurz nach Rechnungsstellung über die Forderungssumme. Dabei ist Factoring nicht auf verschiedene Branchen festgelegt, sondern bietet sich vom Personaldienstleister bis hin zum Handelsunternehmen für zahlreiche Unternehmen an.

Alternative zur Hausbank

Textil-, Logistik-, Lebensmittel- oder Zeitarbeitsbetriebe und andere mittelständische Unternehmen leiden unter langen Zahlungszielen, wegen der sie eine Vorfinanzierung für verschiedene Kosten stemmen müssen. Jedoch machen auch Hausbanken ihre Betriebsmittelkredite nicht nur von der Bonität des Unternehmens abhängig, sondern sind auch von aktuellen Wirtschaftsgeschehnissen auf dem Kapitalmarkt abhängig. Nicht selten wird ein Kreditantrag trotz guter Bonität abgelehnt oder nur zum erhöhten Aufwand gewährt.

In diesen Fällen ist Factoring nicht nur eine sinnvolle Alternative zum Kreditgeschäft, sondern kann auch die kostengünstigere sowie sicherere Variante darstellen. Dies, zumal der Factor auch in der Lage ist, das Unternehmen vor Zahlungsausfällen zu schützen, sodass der Umsatz stets planbar und erzielbar bleibt.



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