Factoring – Planungssicherheit für alle

Factoring ist ein Finanzinstrument, das bis vor wenigen Jahren noch nur großen Unternehmen zugänglich gemacht worden ist. Zwischenzeitlich hat das Factoring jedoch einen derart großen Anklang gefunden, dass die Voraussetzungen für dessen Nutzung viel variabler gestaltet werden. Neben der Herabsetzung des Mindestumsatzes werden auch flexibel auf die Bedürfnisse verschiedener Branchen zugeschnittene Lösungen angeboten.

Journalisten, Ärzte und sogar Baufirmen werden auf dem Factoringmarkt nun fündig. Je nach Branche, Unternehmensgröße, Forderungsumfang und Bonität bieten Factoringgesellschaften bedarfsgerechte Finanzierungslösungen an.

Factoring für Ärzte und Zahnärzte

Schon vor der Behandlung ist es dem Arzt oder Zahnarzt möglich, beim Factor eine Bonitätsanfrage zu stellen. Spezialisierte Factoringgesellschaften sind in der Lage, den Ankauf der potenziellen Behandlungskosten innerhalb kürzester Zeit zu bestätigen. Nach der verbindlichen Ankaufzusage haben Ärzte nicht nur die Gewissheit, dass diese Abrechnung dann vom Factor übernommen wird, sondern können sich auch mit der Behandlung bis zu sechs Monate Zeit lassen.

Mit übernommen wird das Delkredererisiko, dass der Patient seine Behandlungskosten nicht bezahlt. Je nach Vertragskonstellation und Anbieter ist es auch möglich, den Ausfallschutz hälftig zu teilen oder andere Factoringdienstleistungen zu kombinieren. So kann beispielsweise das Praxisteam durch die Übernahme der Debitorenbuchhaltung oder des Mahnwesens deutlich entlastet werden.

Factoring für Journalisten und Freiberufler

Seit der 2001 eingetretenen Medienkrise arbeiten viele Journalisten als freie Mitarbeiter. Mit mehr als 74.000 Freiberuflern im Jahr 2011 ist die deren Anzahl in den letzten zehn Jahren um 61 % gestiegen. Folge hiervon sind Wettbewerbsdruck, harte Arbeitsbedingungen und verhältnismäßige Honorare. Darüber hinaus leiden Freiberufler noch deutlicher an der allgemein herrschenden schlechten Zahlungsmoral. Gleiches gilt im Übrigen auch für Mediengestalter, Grafiker, freiberufliche Pflegekräfte und viele andere Freiberufler mit gewerblichem Kundenstamm.

Statt Honoraren sprichwörtlich über Wochen hinterher zu laufen, können diese freiberuflichen Unternehmer einen entsprechend spezialisierten Factor involvieren. Durch das Factoring können Honorarrechnungen vorfinanziert werden, was zu einem Plus an finanzieller Sicherheit führt. Fortlaufend werden die Rechnungen aus Dienstleistungen oder Lieferungen an den Factor verkauft, der innerhalb von 48 Stunden 80 % bis 90 % der Rechnungssumme anweist. Die Wartezeit, bis der Kunde bis zum Ablauf des Zahlungsziels seinen Verpflichtungen nachkommt, entfällt somit. Nach Zahlung durch den Endkunden rechnet der Factor ab und tätigt die Restzahlung.

Je nach Factoringvariante ist es auch möglich, die Debitorenbuchhaltung inklusive des Mahnwesens dem Factor zu übertragen. Auch vor Rechnungsausfällen können Factoringgesellschaften durch die Übernahme des Delkredererisikos schützen. Freiberuflich arbeitende Unternehmer verfügen demnach nicht nur sofort über finanzielle Mittel, sondern müssen auch keine Mahnungen schreiben oder bleiben auf Forderungsausfällen sitzen.

Vorteile des Factorings für Freiberufler

Die sofort nach Rechnungstellung zur Verfügung gestellte Liquidität sorgt für Sicherheit und Freiräume. Fixkosten können zeitgerecht bezahlt, Bestellungen für Neuproduktionen getätigt oder Investitionen durchgeführt werden. Lieferungen können unverzüglich als Barzahler ausgeglichen werden, sodass Skonti, Boni und andere Vergünstigungen gewährt werden.

Factoring als Finanzinstrument macht auch Ärzte, Zahnärzte, Journalisten und viele andere Freiberufler unabhängig von dem Willen und den Konditionen der Hausbank. Statt Kontokorrentkredite oder Betriebsmittelkredite zu nutzen, wird mit Factoring über Beträge gewirtschaftet, für die schließlich Arbeitsleistungen bereits erbracht worden sind.



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