Factoring im Gesundheitswesen

Immer mehr Menschen sind bereit, für ein makelloses Lächeln und einen attraktiven Körper besonders umfangreiche Untersuchungen, Therapien und Operationen auf sich zu nehmen und für die Behandlungen höhere Summen zu bezahlen. Haben Zahnärzte, Klinken für ästhetische und kosmetische Chirurgie oder vergleichbare medizinische Einrichtungen dann keine Antworten auf die Frage, auf welche Weise die regelmäßig hohen Behandlungskosten komfortabel zu finanzieren sind, werden nicht unerhebliche Umsatzchancen riskiert.

Ärzte und Kliniken, die ihren Patienten die Möglichkeit der Ratenzahlung anbieten, haben es deutlich leichter, Patienten für sich zu gewinnen und auch zu erhalten. Selbst bei der Gewährung deutlich verlängerter Zahlungsziele lassen sich potenzielle Patienten überzeugen. Doch die aktuelle wirtschaftliche Lage lässt es nicht immer zu, dass Kliniken und Ärzte ihren Patienten so weit entgegenkommen können. Hier bietet sich dann das Factoring an, durch das ein deutlich größerer finanzieller Spielraum gewährleistet wird.

Arztrechnungen und Behandlungskosten vorfinanzieren lassen

Durch das Factoring erhalten Kliniken, Ärzte und medizinische Einrichtungen die Möglichkeit, ihre Abrechnungen mit den Patienten an den Factor zu verkaufen. Der Factor gleicht innerhalb von einem bis zwei Arbeitstagen einen Anteil von 80 % bis 90 % der Rechnungssumme aus und übernimmt zugleich auch das Risiko, dass der Patient seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Dieser Ausfallschutz trägt dazu bei, dass der Factoringkunde unabhängig vom Zahlungsverhalten seiner Patienten kontinuierlich über liquide Mittel verfügt und entsprechend wirtschaften oder investieren kann.

Die Arzthonorare und Behandlungskosten verschaffen dem Factoringkunden somit Unabhängigkeit von der Zahlungsweise seiner Patienten. Den Patienten gegenüber können demnach auch verlängerte Zahlungsfristen oder Ratenzahlungen angeboten werden. Der Ausgleich der Restsumme erfolgt nach Abzug der Factoringgebühr mit der Gesamtabrechnung.

Factoring auch bei Behandlungskosten von Kassenpatienten

Bei Geschäftsbeziehungen zwischen Ärzten, Kliniken und ihren Patienten ist regelmäßig eine dritte Stelle mit Abrechnungsfunktion zwischengeschaltet. Nach Abschluss von Behandlungs- und Therapieverträgen wird nicht unmittelbar mit dem Patienten selbst, sondern mit der kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet. Bei der Abrechnung mit diesen Leistungserbringern des Gesundheitswesens müssen medizinische Einrichtungen und Ärzte nicht selten lange auf ihre Honorierung warten.

Auch hier greifen die Vorzüge des Factorings. Dem Factor können auch die Abrechnungen mit Vereinigungen übertragen werden. Dadurch werden die Honorare vorfinanziert, was wiederum für schnelle und unkomplizierte Liquidität sorgt.

Ersetzt Factoring gewerbliche Verrechnungsstellen?

Abrechnungen im Gesundheitswesen gestalten sich kompliziert und bedürfen Fachwissen. Um effektiv arbeiten zu können, greifen immer mehr Ärzte und Privatkliniken auf gewerbliche Verrechnungsstellen zurück. Dort werden Belege erfasst und sortiert, Abrechnungen erstellt sowie Forderungen beigetrieben. Nach Abzug eines Entgelts für diese Leistungen werden dann die Rechnungsbeträge ausgezahlt.

Im Rahmen des Factorings ist es jedoch ebenfalls möglich, das Debitorenmanagement dem Factor zu überlassen. Diese Leistungen sind sogar je nach Vertragskonstellation von der Factoringgebühr umfasst, sodass ein hohes Maß an Einsparpotenzial in Bezug auf Arbeitszeit, Personalkosten und Verwaltungskosten besteht. Je nach Bonität, Umsatz und Vertragskonstellation berechnen Factoringgesellschaften zwischen 0,1 % und 2 % der Rechnungssummen als Factoringgebühr.

Angeboten werden diese Leistungen von spezialisierten Factoringgesellschaften. Jedoch kommen auch einzelne Modulleistungen und individuell auf die Bedürfnisse der Klinik oder des Arztes zugeschnittene Factoring-Pakete in Betracht, die dank des florierenden Factoring-Wettbewerbes häufig angeboten werden. Das Einholen detaillierter Informationen und der Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern erscheint demzufolge lohnenswert.



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