Factoring im Gesundheitswesen nur mit Einwilligung der Patienten

Ein wesentlicher Bestandteil von Factoring, dem fortlaufenden Verkauf von Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen, ist der offene und permanente Informationsaustausch. Im Gesundheitswesen kollidieren aber der offene – und notwendige – Informationsaustausch mit dem Recht der Patienten auf Wahrung des Patientengeheimnisses. Dabei ist dieses historisch ebenso fest verwurzelt, wie die Factoring-Dienstleistung alt zu sein scheint. Die Verschwiegenheit des Arztes ist bereits im Eid des Hippokrates festgeschrieben, den es seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. gibt. In der modernen Gesetzgebung regelt das Strafgesetzbuch zusätzlich den Umgang mit Sozialdaten, die im Gesundheitswesen ebenfalls eine zentrale Rolle spielen.

Verschwiegenheitspflicht geht vor 

Wird Factoring im Gesundheitswesen in Anspruch genommen, darf dies nur unter genauer Einhaltung der geltenden Verschwiegenheitspflichten geschehen. Denn die bei einem Leistungsbezug generierten persönlichen (ärztlichen und sozialen) Daten, müssen unter allen Umständen wirkungsvoll geschützt werden. Um den bei Factoring anfallenden Informationsaustausch überhaupt zu ermöglichen, ist eine Einwilligung des Patienten zur Weitergabe von Daten unbedingt erforderlich. Doch wie greift Factoring im Gesundheitswesen?

Es bleibt die Einwilligung der Patienten notwendig

Der (private) Arzt behandelt einen (gesetzlich Versicherten) Patienten und stellt die Leistung über eine kassenärztliche Vereinigung oder eine Verrechnungsstelle der gesetzlichen Krankenkasse in Rechnung. Um nicht zu lange auf die Vergütung warten zu müssen, nimmt die Vereinigung Factoring in Anspruch. Auch wenn der behandelte Patient selber nicht Rechnungsempfänger ist, so werden im Zuge des Factoring-Vorganges sensible persönliche Daten erhoben und weitergegeben. Um den notwendigen Informationsaustausch bei gleichzeitiger Vertraulichkeit der persönlichen Daten zu ermöglichen, muss also die Einwilligung der Patienten zur Weitergabe von Daten eingeholt werden.



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