Factoring Informationen

Nahezu jedes Unternehmen benötigt finanzielle Mittel, um beispielsweise Fixkosten wie Gehälter, Löhne, Versicherungen oder Mieten zu bezahlen. Auch Lieferungen, Dienstleistungen oder Wartungen müssen für einen reibungslosen Arbeitsalltag in Anspruch genommen werden, die ebenfalls Kosten verursachen. Nicht zuletzt muss ein Unternehmen ab und an auch Investitionen tätigen, Umstrukturierungen vornehmen oder expandieren, um konkurrenzfähig zu bleiben, was den Finanzbedarf eines Unternehmens schnell in die Höhe schießen lässt.

 

Der erste Weg eines Unternehmens führte bei erhöhtem Finanzbedarf oder auch bei finanziellen Engpässen zur Hausbank. Die Nutzung von Betriebsmittelkrediten oder Kontokorrentkrediten gehörten in der Vergangenheit zur Standard-Vorgehensweise von Unternehmen, die eine kurz- oder langfristige Finanzierung benötigten. Jedoch ist die Wirtschaftskrise auch an Finanzinstituten und Banken nicht spurlos vorübergegangen, sodass die Gewährung von Krediten und Darlehen heute von zahlreichen Voraussetzungen abhängig gemacht wird.

 

Betriebsmittelkredite nur bei Bonität und Gewinn

 

Ähnlich dem Überziehungskredit beim Gehaltsempfänger stellt der Betriebsmittelkredit eine Überziehungslinie dar, die auf Geschäftskonten eingerichtet werden kann. Ein Betriebsmittelkredit gibt demnach Unternehmen die Möglichkeit, flexibler zu planen und zu wirtschaften. Die Zinsen für Betriebsmittelkredite werden steuerlich als Betriebsausgaben betrachtet. Eine monatliche Tilgung ist bei Betriebsmittelkrediten nicht vorgesehen, sondern wird durch regelmäßige Zahlungseingänge auf dem Konto ausgeglichen.

 

Zu den Voraussetzungen für die Gewährung eines Betriebsmittelkredites muss das Unternehmen Gewinne erwirtschaften, die je nach finanzierendem Institut in ihrer Höhe variieren. Vor dem Hintergrund, dass eine Rückführung des Kredites durch den Gewinn in Augenschein genommen wird, stehen Kreditlinie und Gewinn in einem nahen Verhältnis.

 

Zudem erhalten Unternehmen, die noch nicht lange etabliert sind, selten einen Betriebsmittelkredit. In diesen Fällen können Kreditinstitute keine Rückschlüsse und Prognosen über die möglichen Gewinne des Unternehmens ziehen. Erst nach durchschnittlich zwei bis drei Jahren Geschäftstätigkeit sind viele Institute erst zur Gewährung von Geschäftsdarlehen bereit.

 

Sofern es sich bei dem Unternehmen um ein Einzelunternehmen oder einen freiberuflichen Unternehmer handelt, überprüfen Finanzinstitute dessen Bonität sehr genau. Im Rahmen der Bonitätsprüfung werden die in der Schufa gespeicherten Daten ausgewertet, was kürzlich aufgenommene Kredite und Darlehen sowie Meldungen aus den Bereichen Inkasso oder Kontokündigungen anbelangt. Eine Kreditvergabe wird dann zusätzlich von der Bonität abhängig gemacht.

 

Zusätzliche Sicherheiten beim Bankkredit

 

Für Betriebsmittelkredite werden Sicherheiten gefordert. Je nach Vertragskonstellation und Unternehmenszweck kommen Grundschulden auf dem Unternehmensgrundstück, die Verpfändung von Maschinen, das private Vermögen der Gesellschafter oder Bankbürgschaften in Betracht.

 

Nicht zuletzt lassen sich Hausbanken und Finanzinstitute den Betriebsmittelkredit mit Zinsen in nicht unerheblicher Höhe absichern. Die Höhe der Zinsen setzt sich aus Konditionen des allgemeinen Kapitalmarktes sowie der individuellen Bemessung des Risikos bei Geschäften mit dem Unternehmen zusammen.

 

Factoring als Alternative

 

Beim Factoring leiht sich das Unternehmen nicht einen Betrag "X", sondern lässt sich seine Rechnungen durch einen Verkauf vorfinanzieren. Die offenen Forderungen werden an einen Factor verkauft, der dann unmittelbar 80 % bis 90 % der Beträge überweist. Mit übertragen werden kann das Delkredererisiko sowie die komplette Debitorenbuchhaltung. Die Restzahlung erfolgt abzüglich der sich auf 0,1 % bis 2,5 % der Forderungen belaufenden Factoringgebühr nach vollständigem Zahlungseingang oder Fälligkeit.

 

Für das Factoring bedarf es kaum Sicherheiten. Schon im Vorfeld überprüft der Factor durch Bonitätsprüfungen und Details zum Forderungsumfang, ob ein Factoringvertrag zustande kommt. Der Gesellschaft kommt es dabei eher darauf an, ob der Kundenstamm des Unternehmens eine gute Bonität vorweisen kann. Daher können sich auch junge Unternehmen sowie Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab regelmäßig 200.000,00 € an einen Factor wenden.

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